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Ziegeldach

Dachziegel, Dachstein und Dachpfanne – was ist der Unterschied?

Kleiner Ausflug in die Eindeckungs-Terminologie: In der Umgangssprache bezeichnet man gerne alles, was rötlich ist und auf dem Dach liegt, pauschal als Ziegel. Das trifft den Kern der Sache bzw. des Materials allerdings nicht immer. Ein Ziegel wird aus gebranntem Ton hergestellt, ist also ein reines Naturprodukt. Im Gegensatz dazu besteht der Dachstein aus Beton. Er wird nicht gebrannt, sondern getrocknet. Die Dachpfanne wiederum bezeichnet bestimmte Formen von Dachsteinen, so zum Beispiel die berühmte „Frankfurter Pfanne“.

Beliebte Ziegelmodelle im Überblick:

Hohlpfanne

Sie stammt ursprünglich aus Holland und ist typisch für den norddeutschen Raum, wo sie sich seit dem 15. Jahrhundert verbreitete. Charakteristisch ist ihre Wellenform. Die Hohlpfanne ist für Dächer mit einer Mindestneigung ab 30 Grad geeignet.

Hohlfalzziegel

Ein Hohlfalzziegel wie z. B. der Braas Achat verkörpert Tradition nicht nur durch seine Form, sondern auch durch seine regionale Herkunft: Er wurde aus der Hohlpfanne entwickelt, einer traditionellen Dachziegelform, die für Norddeutschland typisch ist. Im Gegensatz zum Biberschwanz besitzt der Achat Kopf- und Seitenfalze, die in verdecktem Zustand ineinandergreifen. Diese Technik bietet zuverlässigen Schutz vor Niederschlägen, denn die einzelnen Dachpfannen ergänzen sich zu einem Verfalzungssystem. Der Regen wird so sicher von einem Dachziegel zum nächsten abgeleitet.

Biberschwanzziegel

Der Biberschwanz ist die älteste Dachziegelform und wird oft für die Dachsanierung von Altbauten genutzt. Er stammt aus der Zeit der ersten harten Bedachungsstoffe um 1.000 v. Chr. und verdankt seinen Namen der charakteristischen, als Rundbogen geformten unteren Kante.

Heute wird der Biberschwanz gerne für die Sanierung von Altbauten eingesetzt. Doch auch auf Neubauten macht er eine sehr harmonische Figur. Biberschwanz Dachziegel haben keinen Falz und kommen daher auf überwiegend steileren Dächern ab 30 Grad zum Einsatz. Aber auch flachere Dachneigungen sind mit den entsprechenden Zusatzmaßnahmen möglich.

Mönch und Nonne

Vor allem im Mittelmeerraum, aber auch in Süddeutschland findet man diese, insbesondere für Kirchen und Klöster typische, Deckungsart. Als ineinandergreifende, halbierte Hohlzylinder gehören Mönch und Nonne der Gruppe der Hohlziegel an. Dieses Ziegelmodell hat seinen Ursprung bereits in der Antike. Es eignet sich für Dächer mit einer Mindestneigung ab 40 Grad.

Doppelmuldenfalzziegel

Der Doppelmuldenfalzziegel ist schon über hundert Jahre im Süden Deutschlands beheimatet. Seine Verfalzung ermöglichte es, diesen Ziegel auch in Landstrichen zu etablieren, in denen traditionell flachere Dachneigungen vorzufinden sind. Seine charakteristische Form wurde bereits 1881 im deutschen Reich patentiert. Die innovative Herstellungsweise schrieb damals Geschichte: Er war der erste Pressdachziegel. Heute ist er häufig auf den Dächern historischer Bauten zu Hause.

Flachdachziegel

Der Flachdachziegel ist für minimal geneigte Dächer – etwa ab 10 Grad – geeignet, aber entgegen seiner Bezeichnung nicht für völlig flache. Er ist so geformt, dass Wasser trotz der geringen Dachneigung zügig von einem Ziegel zum anderen Richtung Traufe abläuft.